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Ausstellung „Überlebenskünstlerinnen“ in der EUREGIO-KLINK - Frauenselbsthilfe stellt Werke krebsbetroffener Frauen bis 31.12.2015 aus

Seit elf Jahren gibt es die Frauenselbsthilfe in Nordhorn. Unter dem Motto „Hilfe zur Selbsthilfe“ werden Aktionen, Vorträge und Kurse für Krebsbetroffene angeboten. Oft geht es darum, etwas Neues zu entdecken, nach Vorne zu schauen und für sich selbst etwas Gutes zu tun. Neben sportlichen Aktivitäten wie Gymnastik, Tanztherapie und Schwimmen steht auch Kreativität auf dem Programm. Gemeinsam wurde bereits gebastelt, genäht und gekocht. Der jetzt angebotene Workshop hat jedoch zu  einer überwältigenden Resonanz geführt.

Die Gruppenleiterinnen Brigitta Aldekamp, Gertrud Schweer und Sonja Altendeitering planten zunächst ein gemeinsames Werk der Gruppe Nordhorn, bei dem jede der betreuten Frauen die Möglichkeit hat, ein Stück beizutragen. Es ist jedoch in der Zusammenarbeit mit Angelika Metten nicht ein einzelnes Kunstwerk entstanden, sondern viele Gemälde, die zusammen ein spannungsreiches Ganzes ergeben. Und das, obwohl manche der Frauen zunächst Bedenken hatten: „... ich kann doch gar nicht malen, ich traue mich nicht, das wird sicher nicht gut...“.

Ein paar Parameter wurden im Vorfeld festgelegt. So wurde die Größe der Bilder mit 40 cm mal 60 cm im Hochformat vorgegeben. Auch die Farbpalette wurde auf Pink als Farbe des Brustkrebses und Grün stellvertretend für die Frauenselbsthilfe-Organisation beschränkt. Gemalt wurde mit Acrylfarben auf Leinwand. Die Wahl der Motive stand hingegen frei. Fast ausschließlich wählten die Teilnehmerinnen jedoch Symbole, die mit der Krankheitsgeschichte in Verbindung stehen. Teils gegenständlich, oft abstrahiert tauchen immer wieder Formen des weiblichen Körpers auf. Mal „verletzt“ mit durchbrochenen Linien, mal ausgelassen tanzend mit schwungvollen Kurven. Es war die Bewältigung der eigenen Geschichte, die hier ihren Weg auf die Leinwand gefunden hat. Ängste, dunkle Momente und Schmerzen zeichnen sich genauso ab wie das befreiende Hochgefühl nach der überstandenen Therapie. So gab auch eine Betroffene mit ihrem frisch gemalten Werk in der Hand die Idee für das Motto der Austellung indem sie sagte: „Heute bin ich eine Künstlerin, noch vor wenigen Wochen war ich in der Therapie ein Überlebenskünstler.“

Dem Betrachter erschließt sich die jeweilige Geschichte erst beim genauen Hinsehen. Zwei tanzende Figuren erscheinen zum Beispiel erst auf den zweiten genauen Blick als ein Körper, der sich zu befreien versucht. Die sitzende Skulptur strahlt nicht nur Ruhe und Geborgenheit aus, sondern lässt einen auch an Einsamkeit und Hilflosigkeit denken, wenn man den Hintergrund kennt. Dem Ausstellungsbesucher werden durch Bildunterschriften Hinweise und Denkanstöße gegeben, sodass er mit dem einzelnen Werk Zwiesprache halten kann.

Durch die inspirierende Anleitung von Angelika Metten sind in ihrer Galerie nicht nur Bilder entstanden, sondern ist Erlebtes sichtbar gemacht worden. Trotzdem zeigt sich dem Betrachter nicht nur ein tragisches sondern auch ästhetisches Werk. Mit Blattgold und Silber wurde  ein raffiniertes Finish gestaltet und Besonderes hervorgehoben. So hat jedes Bild seinen ganz eigenen Glanz.

Insgesamt haben in drei Workshops 24 krebsbetroffene Frauen gearbeitet. Bei der Ausstellung in der EUREGIO-KLINIK oder bei anderen Präsentationen der Frauenselbsthilfe, wie zum Beispiel beim Grafschafter Selbsthilfetag, hängen alle Werke zusammen. Ansonsten hat jede Künstlerin ihrem Werk einen Platz in ihrem eigenen Zuhause gegeben, ein Stück Lebensgeschichte zum Anschauen.

Mehrere Krebsbetroffene haben durch diese Aktion ihr Interesse an der Malerei und an kreativem Arbeiten entdeckt. Voller Stolz sagte eine Teilnehmerin: „... ich bin so froh, dass ich mich zum Malen getraut habe. Es hat mir ganz neue Wege aufgezeigt.“

Darin sieht die Frauenselbsthilfe nach Krebs auch ihre Hauptaufgabe: die Krankheitsbewältigung mit dem hoffnungsvollen Blick nach vorn. Die Gruppe Nordhorn finanziert sich über private Spenden, den Nordhorner Brustkrebslauf und steht unter der Schirmherrschaft der Deutschen Krebshilfe e. V. Bei diesem Wokshop – wie auch bei allen anderen Aktivitäten der Gruppe – ist zudem ein jeweiliger Eigenanteil der Teilnehmerinnen obligatorisch. Die Werke werden vom 04.11.2015 bis zum 31.12.2015 im 3. Stock der EUREGIO-KLINIK ausgestellt. Der Ausstellungsort neben der Frauenklinik ist bewusst gewählt worden. Die Frauenselbsthilfe und das Brustzentrum arbeiten kooperativ zusammen, um krebskranken Frauen die bestmögliche Unterstützung während und nach der Therapie anzubieten.

Für Fragen zur Gruppenarbeit und für persönliche Hilfestellung stehen Brigitta Aldekamp unter Tel. 05921-3049700 und Gertrud Schweer unter Tel. 05921-38987 zur Verfügung.

 

Pressefotos „Ausstellung „Überlebenskünstlerinnen“ in der EUREGIO-KLINK“

Bei der Ausstellungseröffnung waren nahezu alle Künstlerinnen, die Galerieleiterin Angelika Metten und von der EUREGIO-KLINIK Chefarzt der Frauenklinik, Dr. med. Markus Jansen, mit seinem Team anwesend.

 

 

 

veröffentlicht am: 04. November 2015

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