Bewegung, Begegnung und vor allem ein sichtbares Zeichen der Solidarität: Nach zweijähriger Pause ist der Grafschafter Brustkrebslauf am Sonntag, 27. September, an seinen traditionellen Veranstaltungsort am Kloster Frenswegen zurückgekehrt. Erstmals lag die Organisation in den Händen des Fördervereins der EUREGIO-KLINIK e.V., der die traditionsreiche Veranstaltung gemeinsam mit zahlreichen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, Unterstützern und Sponsoren fortgeführt hat.
Bereits am frühen Morgen machten sich die ersten Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf den Weg. Um 8 Uhr starteten die Gravelbiker auf ihre Touren über 80, 100 und 120 Kilometer. Um 10 Uhr folgten die Radfahrer und eine zweite Gruppe von Gravelbikern auf der 30-Kilometer-Strecke. Ab 11.30 Uhr gehörten die Wege rund um das Kloster den Walkern und Nordic Walkern, bevor um 12 Uhr die Läuferinnen und Läufer über fünf beziehungsweise zehn Kilometer auf die Strecke gingen.
Insgesamt nahmen annährend 1.000 Menschen aktiv am Brustkrebslauf teil. Davon entfielen 150 auf die Gravelstrecken, 150 Fahrer und Fahrerinnen auf die Radstrecke, 290 auf Walking/Nordic Walking sowie 380 auf die Laufstrecken über fünf und zehn Kilometer.
Doch die Zahlen erzählen nur einen Teil der Geschichte. Viele Betroffene, Angehörige, Freunde und Unterstützer waren zum Kloster Frenswegen gekommen, um gemeinsam ein Zeichen für Frauen zu setzen, die an Brustkrebs erkrankt sind, und für die Familien, die sie auf diesem Weg begleiten. Rund um das Kloster entstand dabei eine Atmosphäre, die von Gemeinschaft, persönlichen Begegnungen und gegenseitiger Unterstützung geprägt war.
„Es war beeindruckend zu erleben, wie viele Menschen heute gemeinsam ein Zeichen der Solidarität gesetzt haben. Genau diese Gemeinschaft macht den Brustkrebslauf aus“, sagt Dr. Markus Jansen, Chefarzt der Klinik für Geburtshilfe und Gynäkologie und einer der Vorstandssprecher des Fördervereins.
Auch für den noch jungen Förderverein war der Tag etwas Besonderes. Er hatte die Verantwortung für die Organisation des Brustkrebslaufes erstmals übernommen und damit die Fortführung einer Veranstaltung sichergestellt, die seit vielen Jahren fest mit dem Thema Brustkrebs und dem Kloster Frenswegen verbunden ist.
„Für uns war es wichtig, die Tradition des Brustkrebslaufes zu bewahren und gleichzeitig gemeinsam mit vielen engagierten Menschen einen neuen Anfang zu gestalten. Die Resonanz und die vielen persönlichen Begegnungen heute haben uns gezeigt, wie wichtig dieser Tag für die Region ist“, so Christine Wolf-Geibies, ebenfalls Vorstandssprecherin des Fördervereins und Projektleiterin der Veranstaltung.
Neben dem sportlichen Programm bot das Gelände rund um das Kloster viel Raum für Begegnungen und Gespräche. Informationsstände, Verpflegung und die gemeinsame Suppenausgabe im Innenhof machten deutlich, dass beim Brustkrebslauf nicht sportliche Bestzeiten, sondern das gemeinsame Erlebnis im Mittelpunkt stehen.
Möglich wurde die Veranstaltung durch das Zusammenspiel vieler Beteiligter. Der Förderverein dankt insbesondere den zahlreichen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, den Verantwortlichen des Klosters Frenswegen, den Streckenbegleitern und -posten, den beteiligten Gruppen und Organisationen sowie den Unternehmen und Sponsoren, die den Brustkrebslauf finanziell oder mit Sach- und Dienstleistungen unterstützt haben.
Durch die Startspenden sowie weitere Spenden und Unterstützungen ist im Rahmen des Brustkrebslaufs eine beachtliche Summe zusammengekommen. Die Mittel sollen gezielt dafür eingesetzt werden, betroffene Frauen während und nach ihrer Brustkrebserkrankung zusätzlich zu unterstützen.
Ein Schwerpunkt liegt dabei auf Bewegungs- und Sportangeboten. Regelmäßige körperliche Aktivität kann während und nach einer Krebstherapie einen wichtigen Beitrag zum körperlichen und seelischen Wohlbefinden leisten. Gleichzeitig sind nicht alle unterstützenden Angebote für jede Betroffene ohne Weiteres finanzierbar. Deshalb sollen künftig beispielsweise Angebote wie Yoga, Wassergymnastik oder gezieltes Ausdauer- und Herz-Kreislauf-Training unterstützt werden, sofern hierfür keine oder keine vollständige Kostenübernahme durch die jeweiligen Leistungsträger erfolgt.
Darüber hinaus ist vorgesehen, die Spendengelder auch für unterstützende Maßnahmen während einer Chemotherapie einzusetzen. Dazu können beispielsweise Zuschüsse für Kühlhauben sowie spezielle Kühl- oder Schutzsysteme für Hände und Füße gehören, die dazu beitragen können, bestimmte therapiebedingte Nebenwirkungen zu reduzieren.
Damit kommen die beim Brustkrebslauf gesammelten Spenden unmittelbar dort an, wo sie einen zusätzlichen Nutzen für die betroffenen Frauen schaffen können.
Für den Förderverein steht nach diesem Tag fest: Der Brustkrebslauf soll auch künftig seinen festen Platz im Veranstaltungskalender der Grafschaft Bentheim behalten. Der nächste Termin steht bereits fest: Am Sonntag, 26. September 2027, soll es am Kloster Frenswegen wieder heißen: Gemeinsam mehr bewegen.